02.01.2013
Work-Life-Balance: Sagen Sie dem Produktivitätskiller Stress den Kampf an

 
Arbeit gibt es nicht nur im Berufsleben, sondern auch im privaten Umfeld. Die beruflichen Vertragsparteien tun deshalb gut daran, ein für den Arbeitnehmer verträgliches Modell zur Quantifizierung der Arbeitszeit zu entwickeln. Dafür müssen auch beide Parteien Verantwortung übernehmen.

Work-Life-Balance

Text: Christoph Mann

Am Anfang muss daher das richtige Verständnis stehen, was Arbeit ist und wo Arbeit überhaupt in welchem Maße anfällt. Hier die richtige Einschätzung zu liefern liegt in der Verantwortung des Arbeitnehmers. Denn nur er kann seine persönliche Situation auch authentisch bewerten. Wichtig ist dabei, dass Arbeit nicht nur im Berufsleben eine Rolle spielt, sondern auch außerhalb des Betriebes im privaten Umfeld aufkommt. Das begreift so profane Dinge wie die Erledigung des Haushaltes ebenso wie etwa die Sorge um kranke Familienangehörige, Kindererziehung oder die Wahrnehmung eines Ehrenamtes. Zudem sollten auch besondere Belastungen, wie etwa ein anstehender Umzug oder eine Wohnungsrenovierung vom Arbeitnehmer thematisiert werden. Es steht im seinem eigenen Interesse.

Tragfähigkeit und Ausgleich gegen Dauerstress und Chaos

In die Verantwortung des Arbeitgebers fällt es dann, daraus mit Rücksicht auf den Mitarbeiter ein tragfähiges Arbeitszeitmodell zu erstellen. Tragfähig heißt, dass die veranschlagte Arbeitszeit für beide Seiten langfristig akzeptabel ist. Das klingt einfacher, als es tatsächlich ist. Zu berücksichtigen sind nämlich mehrere, durchaus unterschiedliche Faktoren. Die Ermittlung eines guten Arbeitszeitpensums hängt deshalb von der richtigen Balance innerhalb verschiedener Zielkonflikte ab, die sich bei der Bemessung ergeben.


Zum Einen hat ein Betrieb ein Interesse an einer möglichst langen Arbeitszeit, um die individuelle Mitarbeiterkompetenz effizient abzurufen. Dies erspart die Einrichtung zusätzlicher Arbeitsplätze und generiert im Einzelnen Synergien in den Arbeitskosten. Zum Anderen stehen dem aber die Erledigung der privaten Arbeit und das notwendige Pensum an Freizeit entgegen, an denen der Arbeitgeber ebenfalls ein Interesse haben sollte.

Die Balance zwischen privater und beruflicher Arbeit ist Voraussetzung für dauerhafte Leistungsfähigkeit und ein angemessenes Auftreten am Arbeitsplatz. Genauso wie sich Ärger im Beruf auf das Privatleben auswirkt, erzeugen auch unerledigte Aufgaben im privaten Umfeld Stress im Berufsleben. Zudem gilt: insofern der Arbeitgeber ein ganz normales Interesse an der Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters hat, muss er ihm auch eine vertretbare Möglichkeit einräumen, diese Leistungsfähigkeit herzustellen. Dies geschieht, indem er zum Beispiel über genügend Zeit verfügt, sich zu Hause ausgewogen zu ernähren und den Notwendigkeiten der Hygiene und Reinlichkeit angemessen nachzukommen.

Die Balance zwischen anfallender Arbeit und Freizeit ist die Voraussetzung für den Abbau von Stress, der ein wesentlicher Faktor für den Verlust von Leistung ist und auf Dauer zu erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen und Risiken führt.

Wie das Wort schon sagt, ist Freizeit diejenige Zeit, die dem Menschen zu seiner ungebundenen Verfügung steht. Der Sinn von Freizeit besteht dabei in der Erholung von Anstrengung und Arbeitstätigkeit. Erholung findet in regelmäßigen Arbeitspausen, im Feierabend, am Wochenende und im Urlaub statt.

Auch daraus ergibt sich eine limitierende Einschränkung des Arbeitszeitmaximums unter Berücksichtigung der Arbeitgeberinteressen in Bezug auf hohe Leistungsstandards und eine dauerhafte Bindung betrieblich relevanter Kompetenzen.

Prävention und Instrumente für eine sozialverträgliche Beschäftigung

Liegt also die Verantwortung für ein dauerhaft tragfähiges Arbeitsverhältnis bei den Vertragsparteien, braucht es zur Herstellung eines angemessenen Zielausgleiches vor allem gute Kommunikation. Wie bei allen Planungs- und Koordinationsprozessen im Betrieb stellt sie den neuralgischen Punkt für das Gelingen eines guten Anstellungsverhältnisses dar. Das ist ein Problem. Denn Fingerspitzengefühl und ein behutsames Vorgehen sind hier vor allem auf Arbeitgeberseite gefragt. Schließlich geht es darum, dem Angestellten die eigene Bereitschaft zum Verständnis zu vermitteln und trotzdem die für den Betrieb beste Lösung im Auge zu behalten. Es geht also darum, den Angestellten nicht das Gefühl zu vermitteln, bevormundet zu werden oder durch die eigenen Aussagen einen Nachteil zu riskieren. Andererseits ist es auch erforderlich, in bestimmten Situationen Grenzen zu setzen, wenn die erkennbare Gefahr besteht, dass sich ein Mitarbeiter durch sein Verhalten zum Risiko für den betrieblichen Ablauf entwickelt.

Regeneration Deutschland-Mitglieder aus dem Fachbereich Coaching: Dirks Green Coaching (Berlin), Steinacher Beratung (Augsburg)

Von großer Bedeutung ist daher eine konstruktive Gesprächsatmosphäre. Diese entfaltet aber nur dann Wirkung, wenn der gemeinsame Austausch auch in eine funktionierende Praxis mündet. Dafür gibt es viele Wege.

  1. Am einfachsten ist die Einigung auf vertraglicher Basis. Im Arbeitsvertrag sollte nur  die Wochenarbeitszeit vereinbart werden, die ein Angestellter langfristig auch erbringen kann.
  2. Flexible Arbeitszeit- und Arbeitsplatzregelungen können helfen, die Gesamtarbeitszeit zu erhöhen, indem Belastungsspitzen und peripherer Arbeitsaufwand besser aufgefangen oder vermieden werden können. Die Arbeit im Home Office kann so zum Beispiel anfallende Fahrtzeiten in produktive Arbeitszeit verwandeln. Gleitzeit und Arbeitszeitkonten ermöglichen eine sinnvolle Tagesgestaltung, so dass private Termine nicht mit planmäßiger Arbeitszeit kollidieren und andererseits unproduktive Lücken in der Tagesplanung vermieden werden können.
  3. Betriebliche Fürsorge bietet die Möglichkeit, das Pensum privater Arbeit selbst zu verringern oder Freiräume für Entspannung bieten. Ein kurzer Draht zu Betreuungseinrichtungen und Sportstätten in Standortnähe hilft, zusätzlichen Aufwand zu vermeiden.

Kurz gesagt hilft es beiden Parteien, die Arbeitszeit richtig zu ermitteln, das Arbeitsumfeld sinnvoll in die Tagesplanung einzubetten und gegebenenfalls Arbeitszeit und Auszeit möglichst effektiv miteinander zu verknüpfen.

Das erfordert ein sensibles Gespür und ein faires und offenes Gespräch, um die Bedürfnisse und Möglichkeiten zu ermitteln und miteinander in Einklang zu bringen. Deshalb ist hier auch jeder Einzelfall individuell zu klären. Das lässt die Sache kompliziert erscheinen, heißt aber nicht, dass für jeden Einzelfall die Thematik neu erfunden werden muss. Arbeitgeber und Personaler sollten prüfen, was für den Betrieb realistisch ist und welche Maßnahmen sich bei der vorhandenen Belegschaft auszahlen. Für alles Weitere braucht es bloß ein offenes Ohr.

 
 

10.12.2012
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27.11.2012
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19.11.2012
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08.10.2012
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Mithilfe vieler kleiner Mittel in der Gestaltung des Arbeitsumfelds und des Büroalltags kann in puncto Umweltschutz viel erreicht werden. Ein paar allgemeine Gedanken zum Thema Arbeit und Arbeitsumfeld können dabei helfen, Kosten zu sparen. Wir haben ein paar hilfreiche Tipps und Vorschläge zusammengetragen.