30.04.2013
Gastartikel: Demokratie 2.0 – Eine Chance für kleine und große öffentliche Stellen

 
Das Thema soziale Medien und wie man sie abseits vom privaten Gebrauch nutzen kann geistert seit geraumer Zeit durch die Presse, durch Blogs und natürlich durch die sozialen Medien selber. Überall ist die Rede davon, dass man als Unternehmen oder Organisation den Absprung jetzt nicht verpassen sollte und dass die Zielgruppe die Präsenz in sozialen Medien quasi erwarte - ein Gastartikel von Karin Dalhues, Kommunikationsexpertin aus Velen
Text: Karin Dalhues

Viele Organisationen, darunter auch öffentliche Stellen wie Stadtverwaltungen und Ministerien, haben sich dem Druck schon gebeugt und sind auf Facebook, twitter & Co. zu finden. Ein Großteil betrachtet die Präsenz in diesen neuen Kommunikationskanälen als notwendiges Übel oder hofft darauf, dass es sich nur um einen Hype handelt, der wieder vorbei geht. Nicht wenige Fanseiten bei Facebook und Twitterkonten schlummern schon jetzt verwaist und werden nicht mehr gepflegt, weil die anfängliche Euphorie über den neuen Kommunikationskanal nachgelassen hat.

Es geht um mehr als nur um das „Dabeisein“

Dabei wurde der Kern der Sache, das „soziale“ an den sozialen Medien, aus den Augen verloren. Es geht nicht nur darum, sich ein Konto bei den gängigen sozialen Medien einzurichten und krampfhaft zu versuchen, halbwegs brauchbare Inhalte zu produzieren. Es geht um die Demokratie!

Soziale Medien repräsentieren eine noch nie dagewesene Chance für die Politik und öffentliche Stellen, Ihre Arbeit transparent zu gestalten und die Wünsche und Bedürfnisse der Bürger ohne Umwege zu erfahren. Viel direkter kann Demokratie wohl kaum sein. Die aktive Nutzung von sozialen Medien, die über das „Dabeisein“ hinaus geht und mit Herzblut angepackt wird birgt zahlreiche Chancen für Städte und Gemeinden, Ministerien Parteien und so weiter, wie z. B.:

  • Direktes Feedback vom Bürger / Wähler: Was bewegt sie Menschen wirklich?
  • Konstruktive Kritik
  • Erreichen von Menschen, die man über „klassische“ Medien, wie Zeitungen, schwer bis gar nicht erreicht (das sind vor Allem, aber nicht nur, jüngere Menschen)
  • Multimediale Präsentation von Inhalten, die die Politik für Bürger verständlich macht
  • Zweiseitige Kommunikation, ganz ohne Umwege. Das schafft Bürgernähe
  • Die Politik und die öffentliche Verwaltung kann ihr teilweise etwas verstaubtes Image verbessern

Tipps für einen erfolgreichen Umgang mit sozialen Medien

Am Anfang sollte immer ein Plan stehen. Die Tatsache, dass ein Konto bei Facebook oder Twitter kostenlos ist, verleitet viele Organisationen dazu, sich direkt anzumelden und herum zu probieren. Diese Methode liefert selten die gewünschten Ergebnisse und ruft auch die Kritiker in der Organisation auf den Plan („Habe ich doch gleich gesagt, dass das nicht funktioniert“).

Wer noch keinerlei Erfahrung im Umgang mit sozialen Medien hat, sollte einen internen oder externen Berater um Rat fragen und sich auch selber über das Thema informieren. Es gibt bereits eine Fülle an Literatur und auch frei zugänglichem Onlinewissen über die Nutzung sozialer Medien.

Hat man sich einen Überblick verschafft, sollte ein Konzept ausgearbeitet und schriftlich festgehalten werden. Minimal sollten folgende Fragen geklärt werden: Welche Ziele verfolgen wir mit der Präsenz in sozialen Medien? Wie können die Ziele erreicht werden? Wer ist für die Pflege der Onlineinhalte zuständig?

Vor allem, wenn mehrere Personen in der Organisation beteiligt sind, was durchaus empfehlenswert ist, bietet es sich an, eine Art Redaktionsplan aufzustellen. Wer berichtet wann über welche Themen, sodass eine ausgewogene, für die Zielgruppe relevante Mischung entsteht? Wer ist verantwortlich für die Reaktion auf Kommentare und deren Moderation?

Einige Tipps für den täglichen Umgang mit sozialen Medien:

  • Informelle Kommunikation: Die  meisten privaten sozialen Netzwerke wie z. B. Facebook bedienen sich einer eher lockeren Kommunikationsweise. Auch Humor und ein dosierter Einsatz von Smileys sind durchaus erlaubt J
  • Es muss nicht immer aufwändig sein: Nicht jedes einzelne Posting muss stundenlange Recherche mit sich bringen. Auch spontane Fotos vom Büroalltag und kleine Anekdoten können interessant sein.
  • Menschliche Seite zeigen: Gerade öffentliche Stellen haben bisweilen mit einem weniger guten Image zu kämpfen. Soziale Medien bieten die Chance, die menschliche Seite zu zeigen und das Image aufzufrischen.
  • Keine Angst vor Kritik: die gibt es sowieso. Wenn sie auf Ihrer eigenen Seite geäußert wird, umso besser, denn dort haben Sie die Chance, zu reagieren und Feedback zu erhalten.

Fazit

Soziale Medien in öffentlichen Stellen bieten große Chancen für die Demokratie und können einen positiven Effekt auf das Image bewirken. Die Anwendung ist weniger kompliziert als viele befürchten, doch auf einen Plan sollte man trotzdem nicht verzichten, sonst droht eine verwaiste Präsenz – und die ist schlimmer als eine nicht existente.

Karin Dalhues arbeitet im norddeutschen Velen als Kommunikationsexpertin. Ihre Schwerpunkte sind Web 2.0 und Social Media im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit. Mit Ihrer Agentur konturstark Kommunikation ist Sie Mitglied bei Regeneration Deutschland.

 
 

29.04.2013
Im Interview: Marcus Eichhorn von Betterrelations

 
Was sollte man als Unternehmen beachten, wenn man der Öffentlichkeit etwas zum Thema Nachhaltigkeit erzählt? Am besten man fragt die Damen und Herren von Betterrelations aus Köln. Heute bei uns im Interview zu Gast: Marcus Eichhorn.
 
 

24.04.2013
Nachhaltigkeits Rankings - Gründlich durchleuchtet?

 
Gesellschaftlich gewünscht, hinsichtlich unserer Ressourcen dringend benötigt und für unsere Zukunft unumgänglich: Die Rede ist von Nachhaltigkeit. Doch was genau ist Nachhaltigkeit und was hat das mit Unternehmensrankings zu tun? Ist dabei alles so „grün“ wie es scheint?
 
 

22.04.2013
Im Interview: Grandhotel Cosmopolis aus Augsburg

 
Wir führen mit jedem unserer Mitglieder ein Interview, um noch mehr Einblick in die Unternehmen und Organisationen zu bekommen. Heute begrüßen wir das Grandhotel Cosmopolis.
 
 

18.04.2013
Im Interview: Frank Schönfelder von KWB Deutschland Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH

 
Herzlich Willkommen Frank Schönfelder von KWB Deutschland Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH. Wir freuen uns sehr, dass Du Dir Zeit für unser kleines Interview genommen hast!
 
 

04.04.2013
Verbraucherschutz im Internet

 
Kostenfallen im Internet sind anstrengend und lästig. Mit der Novelle des Paragraphen 312 des Bürgerlichen Gesetzbuches sind sie aber glücklicherweise nicht mehr teuer, wenn man alles richtig macht. Wir erklären, was man über Vertragsabschlüsse im Internet wissen sollte und wie man sich im Zweifel richtig verhält.
 
 
[1] 2