Bitte erzählen Sie uns zunächst in wenigen Sätzen, was das Kerngeschäft Ihres Unternehmens oder das Anliegen Ihrer Organisation ist:

Wir sind ein Berufsverband für Übersetzer und Dolmetscher, der sich aus der größten Online-Community für diesen Berufszweig heraus gegründet hat. Zwar gibt es schon einige andere, teilweise sehr große Verbände, aber um unsere Ideen und Lösungsansätze zu verwirklichen, wollten wir uns eine eigene Plattform schaffen. Unsere Anliegen sind u. a.fah die neuen Kolleginnen und Kollegen (egal ob Quereinsteiger oder Berufsanfänger) besser auf den Einstieg ins Leben als Freelancer vorzubereiten. Außerdem hat sich der Beruf in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Globalisierung, die einerseits eine Chance darstellt, birgt gleichzeitig Nachteile: Outsourcing war noch nie so leicht. Darum machen wir uns für den Standort Deutschland stark.

Was hat Ihnen an der Online-Bewegung "Regeneration Deutschland" so gefallen, dass Sie sich ein Grundstück gesichert haben?

Nun, ich habe es oben bereits erwähnt. Und es gibt viele weitere Gründe, sich für Deutschland stark zu machen. Irgendwie ist doch alles miteinander verbunden. Nehmen wir an, wir erreichen unser Ziel, dass unsere Arbeit in Deutschland wieder angemessen bezahlt wird, weil wir erreichen, dass der Beruf in der Wirtschaft wieder Ansehen erlangt und wir Auftraggeber davon überzeugen können, Aufträge wieder vermehrt in Deutschland zu vergeben. Dann geht es auch den in Deutschland ansässigen Sprachmittlern finanziell besser. Wem es finanziell besser geht, der kann auch mehr Geld in die Hand nehmen, wenn es darum geht, z. B. regionale Produkte zu kaufen oder etwas mehr für Ökostrom auszugeben. Denn wenn wir ehrlich sind: Nachhaltigkeit bedarf auch eines gewissen Investments, egal ob das Geld oder Zeit bedeutet.

Was erwarten Sie sich von "Regeneration Deutschland"?

Vermittlung von Wissen. Tipps für nachhaltiges Handeln, sowohl im Privaten als auch im Unternehmen.

War Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen schon immer ein großes Thema? Wenn "Nein", was hat Sie zum Umdenken veranlasst?

Da wir noch relativ neu sind: Ja! Aber auch in anderen Firmen habe ich immer darauf geachtet, dass man nachhaltig mit Ressourcen umgeht. Ich selbst habe Kinder. Und das sind für mich die größten Motivatoren. Ich möchte, dass sie und ihre Kinder und die Generationen danach noch viel von dieser Welt haben.

Mit welchen Maßnahmen motivieren Sie Ihre Mitarbeiter zu nachhaltigem Handeln?

Da gibt es nichts zu motivieren. Wir leben Nachhaltigkeit einfach. Somit haben sie keine andere Wahl. Z. B. sorgen wir dafür, dass wir so viel wie möglich in Online-Besprechungen regeln, um damit die Fahrerei durch das gesamte Bundesgebiet so wenig wie möglich nötig zu machen. Wir arbeiten wo es geht ohne gedruckte Dokumente. Dazu bedienen wir uns eines sogenannten Social Project Management Tools, www.social-pm.com. Das kommt von einer Software-Schmiede aus Karlsruhe, die es uns ermöglicht, Projekte zu initiieren, zu leiten und durchzuführen, ohne, dass man sich dazu real an einem Standort treffen muss. Jeder hat immer genau auf die Dokumente Zugriff, die er braucht, auf dem aktuellen Stand. Diskussionen zu Themen bleiben dokumentiert. Und daneben gibt es natürlich noch Skype für Video-Konferenzen. Wir versuchen, die Flut an E-Mails so gering wie möglich zu halten und leben die effektive Kommunikation. Das vermindert auch Stress. Was sich wiederum auf das Befinden auswirkt.

Welche Reaktionen auf Ihr faires Verhalten erfahren Sie von Ihren Kunden?

Unsere Mitglieder sind quasi unsere Kunden. Wir wollen so viel wie möglich unser Schulungsangebot – nur als Beispiel – auch komplett online in Form von Webinaren anbieten. Damit auch hier die Fahrerei entfällt. Man nimmt bequem von zu Hause oder vom Büro aus teil. Sie schätzen das Online-Lernen sehr, weil man a) Inhalte in kleineren Happen, also max. 1,5 Std., serviert bekommt und b) nicht mehr Zeit als nötig investieren muss. Man kann Weiterbildungen bedarfsgerecht buchen. So viel wie nötig, so wenig wie möglich – denn Zeit ist Geld.

In Ihrem Unternehmen setzen Sie auf Nachhaltigkeit. Welchen Einfluß hat dieses Thema auf Ihren privaten Alltag?

Nun, man tut was man kann. Achtet bereits beim Einkauf darauf, dass man z. B. wenig Müll produziert. Man lässt das Auto stehen, so oft man kann. Man geht verantwortungsvoll mit Ressourcen um. Ehrlich gesagt, ich denke nicht oft darüber nach. Nachhaltiges Handeln sollte in meinen Augen etwas Selbstverständliches sein, basierend auf dem Respekt vor unserer Natur, unserem Umfeld, unserer Gesellschaft. Sicherlich könnten wir als Familie noch mehr tun. Es gibt immer etwas , das man besser tun kann.

Egal was ich tue, im Privaten oder geschäftlich: Immer wenn ich etwas erledige, ablege, in Gang bringe, wie auch immer, mein Handeln ist immer von einem Satz geprägt, den ich vor vielen Jahren von einer ehemaligen Chefin gehört habe, als ich noch in der Gastronomie im Service tätig war: „Fräulein, wenn Du von der Küche in den Gastraum läufst und wieder zurück kommst, nie mit leeren Händen!

Vielen Dank für dieses ausführliche Interview! Hier geht es zum Standort des DVÜD auf Regeneration Deutschland.

Verfasst am 21.08.2012 von Regeneration Deutschland

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