22.05.2013
Was ist Ihr Grund für nachhaltiges Wirtschaften?

 
Nachhaltigkeit ist ein inzwischen inflationär gebrauchter Begriff. Es gibt Konferenzen dazu auf allen Ebenen: von der wöchentlichen Betriebssitzung bis hin zur internationalen Ebene der Vereinten Nationen. Trotzdem bleibt Nachhaltigkeit in der Öffentlichkeit vor allem eines: unklar. Wir haben einmal versucht zusammenzufassen, was Nachhaltigkeit ist und warum es sich lohnt, nachhaltig zu handeln.

Was ist Nachhaltigkeit?

„Nachhaltigkeit, die“: Substantiv, feminin, längere Zeit anhaltende Wirkung; (Duden)

Text: Christoph Mann

Die Begriffe „Nachhaltigkeit“ und „nachhaltig“ bezeichnen eine bestimmte Qualität des Handelns. Der Duden definiert diese Qualität als eine für „längere Zeit anhaltende Wirkung“. Häufig ist das mit höherem Aufwand und intellektueller Anstrengung verbunden. Dass viele der erfolgreichsten Großunternehmen und Global Player Nachhaltigkeit für sich entdeckt haben und große Investitionen in diesen Bereich tätigen, zeigt, dass sich nachhaltiges Handeln rentiert.

Übersetzt man Nachhaltigkeit ins Englische heißt das: „Sustainability“. In der Rückübersetzung taucht neben der „Nachhaltigkeit“ noch ein weiterer kennzeichnender Begriff auf: „Zukunftsfähigkeit“. Nachhaltigkeit zielt auf langfristige Effekte. Dies äußert sich in intelligentem Umgang mit Personal, Ressourcen und Produktionsgütern. Das hilft Unternehmen dabei, sich vor den Auswirkungen von Knappheiten und massiven Preisschwankungen auf den Rohstoff-, Finanz- und Arbeitsmärkten zu schützen. Unterkapazitäten oder Produktionsausfällen kann so vorgebeugt werden. Nachhaltiges Wirtschaften trägt zum dauerhaften Erfolg ökonomischer Akteure bei.

Das Wort "nachhaltend" ist 300 Jahre alt - Im genannten Sinne prägte schon 1713 der sächsische Berghauptmann Carl von Carlowitz den Begriff. In seinem Buch "Sylvicultura Oeconomica" beschrieb er erstmals eine Methode der Forstwirtschaft, die nur so viele Güter entnimmt, wie anschließend wieder nachwachsen können. Im Hintergrund stand dabei die lang anhaltende Sicherung des Zugangs zur wirtschaftlich unentbehrlichen Ressource Holz.

Der erste Schritt zur Nachhaltigkeit...

...sind nachhaltige Produkte. Ein unmittelbarer Anreiz für Unternehmen, auf nachhaltige Strategien zu setzen, liegt nämlich im Markt begründet. Denn Verbraucher sind seit den Umwelteskapaden der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts sehr sensibel, wenn es um den Schutz ihres Lebensumfelds und ihrer Gesundheit geht. Anbieter umweltschonender Produkte haben deshalb erkennbare Wettbewerbsvorteile, auch wenn ihre Produkte etwas teurer sind. Bei Gebrauchsartikeln und Investitionsgütern ist es inzwischen sogar oft so, dass nachhaltige Produkte zwar in der Anschaffung teurer sind, aber in Anbetracht der gesamten Lebensdauer deutlich kostengünstiger. Der Konsument muss zwar einen höheren Einkaufspreis zahlen, da Entwicklungskosten für nachhaltige Produkte meist höher sind. Dafür sinken durch intelligente Handhabung und gesenkten Energieverbrauch die Haltungskosten.

Ebenso wird die Entsorgung für den Verbraucher deutlich günstiger, da smarte Produkte ohne Giftstoffe aufwendige Wiederverwertungsprozesse oder die Sonderdeponierung ersparen und kostengünstig entsorgt oder recycelt werden können. Dieses Konzept der Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) überzeugt immer mehr Verbraucher und wird zunehmend zum Verkaufsargument.

Vor allem Unternehmen profitieren vom nachhaltigen Wirtschaften

Kosteneffizienz ist ein Ziel jedes Unternehmens. Die Integration von Umweltaspekten (...) kann dazu beitragen, die Gesamt-Effizienz des Untenehmens zu verbessern. Die Integration in die Geschäftsprozesse ist der Schlüssel für den Erfolg. Getrennte Energiesparprojekte rechnen sich oft nicht. Werden jedoch in der Investitionsplanung (...) Maßnahmen zur Energieeinsparung integriert, können sich die Mehrkosten oft schon nach wenigen Jahren amortisieren. (Quelle: IBM Deutschland GmbH)

Unabhängig von der moralischen Debatte um den Klimawandel und davon, ob der Mensch ihn als Verursacher noch verhindern kann, stellt sich für Unternehmen die Frage, wie sie mit der veränderten Situation umgehen sollen. Fakt ist, dass die herrschenden Umweltbedingungen starke Auswirkungen auf sensible Wirtschaftsprozesse haben. Umweltkatastrophen und soziale Unruhen stellen für bestehende Lieferketten empfindliche Risiken dar.

Zur Abfederung hoher Preisschwankungen arbeiten viele Unternehmen daran, Unabhängigkeit gegenüber solchen Risikomärkten zu gewinnen. Hohe Recyclingquoten und die Entwicklung modularer, rücknahmefähiger Produkte haben sich als probate Mittel erwiesen, unerwarteten Kostensteigerungen entgegenzuwirken. Von der verbesserten Planbarkeit und Sicherheit der internen Abläufe profitieren nachhaltig wirtschaftende Unternehmen vom Management bis zur Endfertigung.

Gleiches gilt für ressourcenschonende betriebliche Infrastruktur. Eine hohe Investitionsquote kann sich hier durch sinkende Beschaffungskosten schnell amortisieren. Eine modernisierte Fahrzeugflotte, energiesparende Beleuchtung und intelligente Arbeitsplatzgestaltung senken laufende Kosten im Energiebereich um 15%. Vom gleichzeitig sinkenden CO2-Verbrauch gewinnt nicht nur die Umwelt.

Zuletzt entdecken immer mehr Unternehmen den Nutzen sozialer Nachhaltigkeit. Verantwortungsbewusster Umgang mit Angestellten hilft, krankheitsbedingte Ausfallzeiten zu reduzieren. Familienfreundlichkeit und ein langfristig orientiertes Verhältnis zur Belegschaft helfen, betriebsspezifisches Know-how zu halten und Kosten für Einarbeitung und Leistungsausfälle zu minimieren. Und sogar der branchenspezifische Einsatz über die Betriebsgrenzen hinaus in sozialen Projekten zahlt sich mittelfristig vielfach durch erhöhte Kundenbindung und einen stärker prosperierenden Gesamtmarkt aus.

Fazit: Nachhaltigkeit ist kein Modewort und auch kein bloßer Trend, sondern die planerische Herausforderung, betriebsinterne Strukturen effizient und sicher zu gestalten. Unternehmen werden dann

  1. weniger anfällig für externe Risiken und
  2. gestalten zugleich ihr eigenes ökonomisches Umfeld in positiver Weise mit.

Sie werden in einem Wort: zukunftsfähig.

 
 

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